Ein Künstler ist seiner Angebeteten verfallen - und erlebt Höhenflüge und tiefen Fall: Hector Berlioz lebt eigene Gefühlslagen aus in seiner "Symphonie fantastique". In ähnlich rauschhafte Klangwelten taucht auch Béla Bartók ein, in seinem zweiten Violinkonzert.

Christian Tetzlaff, Violine
Leitung: Edward Gardner

Béla Bartók: 2. Violinkonzert
Hector Berlioz: Symphonie fantastique op. 14

(Übertragung aus der Alten Oper Frankfurt)

Der Geiger Christian Tetzlaff meldet sich zurück beim hr-Sinfonieorchester, mit dem er im vergangenen Sommer das Rheingau Musik Festival im Kloster Eberbach eröffnet hat. In Bartóks 2. Violinkonzert spielt für ihn der sinnliche Aspekt eine entscheidende Rolle - auch wenn das Werk von schroffen Stimmungsschwankungen durchzogen ist.

Ähnlich wie die "Symphonie fantastique", in der Hector Berlioz 1830 seine zunächst unglückliche Liebe zu der irischen Schauspielerin Harriet Smithson verarbeitet - inklusive Walzertaumel und Opiumrausch, in dem er von seiner eigenen Hinrichtung und Grablegung träumt, begleitet von Hexen und Fratzen, von Totenglocken und einem parodierten "Dies irae". Ironie des Schicksals: Seine Harriet hat Berlioz am Ende zwar doch noch gekriegt - doch die Ehe verlief unglücklich und das Paar trennte sich schließlich.

Sendung: hr2-kultur, "Konzertsaal", 04.04.2025, 20:03 Uhr.

10
LIVE