Mittagskonzert mit dem hr-Sinfonieorchester
Sendetermine
Ein Künstler ist seiner Angebeteten verfallen - und erlebt Höhenflüge und tiefen Fall: Hector Berlioz lebt eigene Gefühlslagen aus in seiner "Symphonie fantastique". In ähnlich rauschhafte Klangwelten taucht auch Béla Bartók ein, in seinem zweiten Violinkonzert.
Christian Tetzlaff, Violine
Leitung: Edward Gardner
Béla Bartók: 2. Violinkonzert
Hector Berlioz: Symphonie fantastique op. 14
(Aufnahme vom 4. April 2025 aus der Alten Oper Frankfurt)
Der Geiger Christian Tetzlaff meldet sich zurück beim hr-Sinfonieorchester, mit dem er im vergangenen Sommer das Rheingau Musik Festival im Kloster Eberbach eröffnet hat. In Bartóks 2. Violinkonzert spielt für ihn der sinnliche Aspekt eine entscheidende Rolle - auch wenn das Werk von schroffen Stimmungsschwankungen durchzogen ist.
Ähnlich wie in der "Symphonie fantastique", in der Hector Berlioz 1830 seine zunächst unglückliche Liebe zu der irischen Schauspielerin Harriet Smithson verarbeitet - inklusive Walzertaumel und Opiumrausch, in dem er von seiner eigenen Hinrichtung und Grablegung träumt, begleitet von Hexen und Fratzen, von Totenglocken und einem parodierten "Dies irae". Ironie des Schicksals: Seine Harriet hat Berlioz am Ende zwar doch noch gekriegt - doch die Ehe verlief unglücklich und das Paar trennte sich schließlich.
Sendung: hr2-kultur, "Mittagskonzert", 15.04.2025, 13:04 Uhr